Manchmal möchte man einfach ein Kabel kaufen.
Nicht Mitglied werden.
Nicht Punkte sammeln.
Nicht künftig schneller bestellen.
Kabel. Adresse. Bezahlen. Ende.
Ein Kauf muss nicht automatisch der Beginn einer Kundenbeziehung sein.
Wenn ich bei einem Shop einmal im Jahr etwas bestelle, nehme ich inzwischen fast immer Gastbestellung, wenn es sie gibt.
Adresse und Zahlungsdaten braucht der Shop natürlich für den Kauf.
Ein dauerhaftes Konto brauche ich deshalb noch lange nicht.
„Mit Google anmelden“ finde ich bequem, bis ich darüber nachdenke, wie viele andere Dienste damit an einem einzigen Konto hängen. Weniger Passwörter sind angenehm. Dafür wird der Zugang zu einem zentralen Account plötzlich noch ein bisschen wichtiger.
Account erstellen:
Google.
Apple.
E-Mail.
Weiter.
Account löschen:
Einstellungen.
Datenschutz.
Weitere Optionen.
Support kontaktieren.
Die Beziehung begann deutlich spontaner als sie endet.
„Mit Google anmelden.“
Ein Jahr später:
„Mit E-Mail anmelden.“
„Für diese Adresse existiert bereits ein Konto.“
Perfekt. Man hat offenbar denselben Dienst erfolgreich auf zwei verschiedene Arten vergessen.
Eine Rechnung oder Garantiebescheinigung ist Information zu einem Kauf, den man bereits gemacht hat. Dafür Jahre später zwingend noch ein funktionsfähiges Kundenkonto zu brauchen, wirkt unnötig fragil. Eine Datei oder ein sicherer Link kann manchmal langlebiger sein als die nächste Login-Seite.
Einmal etwas bestellen.
Account erstellen.
Passwort vergeben.
E-Mail bestätigen.
Produkt kommt.
Drei Jahre später:
„Dieses Passwort wurde bereits verwendet.“
Offenbar lebt die Beziehung weiter.
Für eine einmalige Bestellung braucht ein Shop natürlich Adresse, Zahlung und eine Möglichkeit für Versandinformationen. Daraus muss aber nicht automatisch ein dauerhaftes Profil mit Passwort und Bestellhistorie werden. Ein Gastzugang kann genau die Information speichern, die für diesen Kauf gebraucht wird – und aus einem Einkauf keinen neuen Account machen.
Das Problem mit dem hundertsten Kundenkonto merkt man nicht unbedingt beim Erstellen.
Man merkt es Jahre später, wenn irgendwo noch Name, Adresse und alte Bestellungen in einem Konto liegen, an das man sich selbst kaum noch erinnert.
Digitales Aufräumen wäre leichter, wenn nicht jeder Vorgang dauerhaft wohnen bleiben müsste.
Gerät gekauft.
App installieren.
Account erstellen.
E-Mail bestätigen.
Jetzt darf die Lampe leuchten.
Smart Home ist manchmal vor allem die Erkenntnis, dass selbst ein Lichtschalter inzwischen eine Benutzerverwaltung haben kann.
Ticket gekauft, bezahlt und trotzdem hängt der Zugang daran, dass App, Handy und Login gerade gemeinsam funktionieren. Ein zusätzlicher PDF- oder Wallet-Nachweis wäre manchmal langweilig praktisch. Besitz fühlt sich stabiler an, wenn er nicht bei jedem Vorzeigen neu authentifiziert werden muss.
Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.